Die Experten von CMP bringen geeignete Finanzierungsquellen für Unternehmen ins Gespräch

A. Klassische Bankfinanzierung

Die klassische Bankfinanzierung, insbesondere im Mittelstand, gehört zu den wichtigsten Finanzierungsquellen. Unternehmen stehen dabei folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • kurzfristige Finanzierungen (Betriebsmittel, Kontokorrent, Avale etc.)
  • langfristige Darlehensfinanzierungen für Anschaffungen im Anlagevermögen

Maßgeblich für den Kredit als Finanzierungshilfe ist die Bonität des Unternehmens. Im sogenannten Rating werden sowohl finanzrelevante Unternehmenskennzahlen, eine mögliche Besicherung sowie „soft facts“ (Strategie, Führung, Organisation etc.) beleuchtet. Die Bonität bestimmt, ob die Bank das Vorhaben finanziert bzw. zu welchem Zinssatz. Das Rating spiegelt die Meinung der Bank wieder, ob das Unternehmen, das die Finanzierung in Anspruch nimmt, in der Lage ist, die Kredite termingerecht und vollständig zurück zu zahlen.

Merkmale der Bankfinanzierung:

  • Die Firmenkundenbetreuung und das Risikomanagement der Bank sind strikt getrennt. Die Entscheidung, ob die Bank als Finanzierungsquelle für Ihr Unternehmen zur Verfügung steht, erfolgt somit aus rein risikorelevanten Aspekten und hängt zusätzlich von der Bewertung des Vorhabens ab.
  • Bei Kreditantrag sollte ein aussagekräftiges, in sich schlüssiges Finanzierungsexposé eingereicht werden, das einer fundierten Prüfung der Kapitaldienstfähigkeit standhält.
  • Eine angemessene finanzielle bzw. haftungstechnische Eigenbeteiligung des Antragstellers wird erwartet.

B. Öffentliche Finanzierungshilfen als Drittmittel

Öffentliche Förderbanken (z.B. KfW, LfA etc.) oder der Staat liefern einen wichtigen Beitrag, klassische Bankfinanzierung auch dann zu ermöglichen, wenn das Ausfallrisiko durch die Hausbank als (zu) hoch eingeschätzt wird. Vorteile öffentlicher Finanzierungsquellen liegen in niedrigen Zinssätzen, langen Laufzeiten (zu einem festen Zinssatz), tilgungsfreien Jahren und dem Recht zu Sondertilgungen. Hierzu zählen:

  • zinsverbilligte Darlehen
  • Darlehen mit öffentlicher Haftungsfreistellung bis 70% 
  • Bürgschaften für die finanzierende Bank bis zu 80% des beantragten Kredits
  • Auftragsgarantien bspw. für Auslandsgeschäfte

Merkmale der Drittmittelfinanzierung:

  • Es besteht kein Rechtsanspruch auf öffentliche Förderung. Unternehmen sollten jedoch die Möglichkeit der öffentlichen Förderung in jedem Kreditgespräch proaktiv ansprechen.
  • Auch Unternehmen in Schwierigkeiten können in diesem Bereich öffentliche Förderung erfahren.
  • Der Antragsteller wird nicht gänzlich aus der Haftung entlassen. 
  • Das Vorhaben darf keinesfalls vor Antragstellung beginnen.
  • Es gilt das Hausbankprinzip, d.h. die Bonitätsprüfung und Kundenbetreuung erfolgen über die Hausbank.
  • Förderdarlehen sind De-minimis pflichtig. Es gelten zudem Kumulationsverbote.

C. Öffentliche Beteiligungen als Finanzierungsquellen für Unternehmen

In den meisten Bankenratings wird der Eigenkapitalquote eine hohe Bedeutung bei der Bewertung der Unternehmensstabilität beigemessen. Insbesondere bei den in Deutschland typischerweise eigenkapitalschwachen KMU birgt die Stärkung der Eigenkapitalbasis die Chance, Kreditfinanzierung (zu günstigeren Konditionen) zu erhalten.
 
Hierfür stehen folgende Instrumente als öffentliche Finanzierungsquellen für Unternhemen zur Verfügung:

  • Direkte Beteiligung der öffentlichen Hand an Kleinen und Mittleren Unternehmen 
  • Rückbürgschaften oder Refinanzierungskredite als Finanzierungskonzepte für die Beteiligung privater Kapitalbeteiligungsgesellschaften

Merkmale der öffentlichen Beteiligung:

  • Für alle Lebensphasen des Unternehmens, von Existenzgründung über Wachstum bis zu Nachfolge oder Turnaround
  • Beteiligungsformen reichen von typisch stiller oder offener bzw. Kombination aus offener/stiller Beteiligung bis hin zu Venture Capital Modellen als Finanzierungsquellen für Unternehmen
  • Fester Beteiligungszeitraum, meist langfristig (5 – 7 Jahre, max. 10 Jahre)
  • Beteiligungshöhe 20.000 € (bspw. für Existenzgründung) bis max. 7 Mio. € (bspw. für Wachstumsfinanzierung)
  • Bonitätsabhängige, fixierte Konditionen während der Laufzeit, meist ein Mix aus fixer und variabler Vergütung
  • Maßgeblicher Beitrag des Inhabers/Gesellschafters bspw. in Form einer persönlichen Haftung wird vorausgesetzt, um Finanzierungshilfen für das Unternehmen zu erhalten